Wahlcomputer und ihre (Un)Sicherheit

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roothausen

Wahlcomputer und ihre (Un)Sicherheit

19:23

Thursday, October 5. 2006

Einen Computer hat eigentlich jeder. Genutzt werden sie fast ueberall. Viele nutzen sie in der Freizeit, manche als Arbeitsgeraet und bei anderen ist die Technik selbst Inhalt der Arbeit. Ich frage mich daher ernsthaft:
Wie kann es sein, dass bei der Grossen Verbreitung von Computern nur sehr wenige Menschen realisieren wie manipulierbar so ein Geraet ist?
Sollte das nicht mindestens den Leuten aufgefallen sein, denen duch eine Malware schon einmal Schaden zugefuegt wurde? Anscheinend nicht, denn sonst waeren bei der letzten Bundestagswahl nicht einmal stellenweise Computer als Geraet zur Wahl eingesetzt worden.
Bei unseren Nachbarn, den Niederlaendern, werden fast baugleiche Maschinen von der selben Firma eingesetzt. Leider ist dort die Wahl mit Computern Normalzustand. Aus dieser Misslage heraus ist die Initiative "Wij vertrouwen stemcomputers niet" ("Wir vertrauen Wahlcomputern nicht") entstanden, die gegen Wahlcomputer mobil macht.
Diese Initiative hat sich, in enger Zusammenarbeit mit dem Chaos Computer Club (CCC), nun eine dieser Maschinen vorgenommen und sich angekuckt, wie sicher oder unsicher diese Geraete nun wirklich sind. Die Ergebnisse sind erschreckend:

Die Analyse zeigt auf, dass
  • Wahlcomputer keinen effektiven Schutz gegen Stimm-Manipulation bieten,
  • die Software der Wahlcomputer einfach auszutauschen und zu manipulieren ist,
  • das Wahlgeheimnis durch die Wahlcomputer kompromittiert wird,
  • Manipulationen an Wahlcomputern praktisch nicht nachgewiesen werden können,
  • Wahlcomputer den gesetzlichen Vorgaben in keiner Weise genügen.
  • weiterlesen ...

Naehere Informationen gibts bei fh:
  • Das Administratorpasswort ist “GEHEIM”, den Schlüssel für den Hardwarezugriff gibt es in jedem besseren Baumarkt - und für 90 Cent auch online zu kaufen.
  • Tempest-Attacken sind problemlos möglich, effektiv bedeutet das, dass man aus der Ferne “per Funk” mitlesen kann, wer wie abstimmt - ohne das Gerät jemals anfassen zu müssen, ohne Hardwaremodifikation oder ähnliches.
  • Ein Beispielprogramm wurde entwickelt, mit dem Wahlmanipulation problemlos möglich ist.
  • weiterlesen ...

Nach diesen Erkenntnissen, sollte klar sein, dass die Forderug, Wahlcomputer in Deutschland zu verbieten, durchaus gerechtfertigt ist. Diese Geraete verstossen eindeutig gegen die Wahlgrundsaetze, die in Artikel 38 Absatz 1 des Grundgesetzes festgelegt sind:
Wahlgrundsätze Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. So bestimmt Artikel 38 Absatz 1 des Grundgesetzes die Grundsätze der Bundestagswahl.

"Allgemein" bedeutet, dass das Wahlrecht jedem Staatsbürger zusteht. Als einzige generelle Beschränkung gilt das Erreichen des Wahlalters.

"Unmittelbar" bedeutet, dass die Wähler die Kandidatinnen und Kandidaten unmittelbar wählen, ohne die Zwischenschaltung von Wahlmännern.

"Frei" bedeutet, dass auf die Wähler von keiner Seite Druck ausgeübt werden darf.

"Gleich" bedeutet, dass jeder Stimme für die Zusammensetzung des Bundestages gleiches Gewicht zukommt.

"Geheim" bedeutet, dass niemand wissen darf, wer wie gewählt hat, es sei denn, die Wählenden geben dies selbst bekannt. Und selbst wenn ein Wähler bekanntgibt, was er gewählt hat, dann darf das nicht nachprüfbar sein.


Ich hoffe spaetestens jetzt sollte klar sein, dass Wahlcomputer keine Geraete sind, denen man die Verantwortung bei irgendeiner Wahl anvertrauen sollte.
Die hier verwendeten Nedap-Computer sind mindestens genauso unsicher und manipulierbar, wie die aus den Wahlskandalen in den USA bekannten Systeme - mit manipulierten Wahlcomputern kann eine entschlossene Gruppe die Macht ergreifen, ohne nach außen hin die Spielregeln der Demokratie zu verletzen", erklärte Müller-Maguhn. Deshalb müssten Wahlcomputer in Deutschland verboten werden, "bevor wir auch hier Zustände wie in den USA oder Mexico bekommen.

Weitere Informationen gibts hier:

  • heise
  • golem
  • netzpolitik
  • Chaosradio
  • Tim
  • Missi
  • fh
  • MellowBox
  • CCC
  • Unsicherheit der Wahlcomputer in den USA
  • fefe
  • die Zeit

Hoechstwahrscheinlich habe ich noch jede Menge vergessen, aber ich glaube das sind nun genug Links

Posted by admin in computer, zeitgeist | Comments (8) | Trackbacks (0)
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*Na was ein Glück durfte ich mein Kreuzchen noch ganz unmodern von Hand machen ;-)

#1 Thorsten Gowik (Homepage) on 2006-10-05 19:41 (Reply)

*[...] Zum Anderen sei der Hack (die Untersuchung) des Chaos Computer Clubs mit der niederländischen Organisation “Wij vertrouwen stemcomputers niet” (”Wir vertrauen Wahlcomputern nicht”) als kleine Zusammenfassung auf roothausen.de zu anzuraten. Ergebnisse der Machbarkeit von Wahlbetrug durch/mit Wahlcomputer/n: Erschreckend! [...]

#2 www.thafaker.de :: to be different than the category &raquo; Blog Archive &raquo (Homepage) on 2006-10-05 21:27 (Reply)

*mutiert? war er doch von anfang an ;-)

#3 loki on 2006-10-06 15:33 (Reply)

*Das hab ich mich auch schon gefragt? Was genau sollte hier mutiert sein?

#4 pfleidi (Homepage) on 2006-10-06 15:37 (Reply)

*[...] Zusammenfassender Artikel zum Thema [...]

#5 Cui bono? - netztaucherbrille (Homepage) on 2006-10-19 19:02 (Reply)

*Mutiert zum Nerdblog? Hmm .... hmm, ich kann da eh nichts mit dieser Schubladendenke anfangen, denn was für andere Nerd, ist für mich gesunder Menschenverstand.
Und Sven hier zeigte davon schon immer sehr viel, würde es missen, wenns anders herum wäre :-)

#6 Oliver (Homepage) on 2006-10-07 11:15 (Reply)

*und ein weiterer blog mutiert zum nerdblog o0

#7 simon on 2006-10-06 07:59 (Reply)

*Die Wahlmaschinen Verschwörung...

...

#8 www.drokzid.net (Homepage) on 2007-10-17 13:22 (Reply)

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